Ein Mähroboter ohne Draht muss seine Position selbst kennen. Sunseeker löst das auf drei Wegen: Netzwerk-RTK, RTK mit eigener Basisstation und 3D-LiDAR, jeweils ergänzt um Kameras. Der Artikel erklärt die drei Wege und zeigt, für welchen Garten welcher passt.
Wie ein Mähroboter mit Begrenzungsdraht arbeitet
Klassische Mähroboter erkennen ihre Fläche an einem Kabel. Husqvarna beschreibt in seiner Installationsanleitung für Automower, was dazugehört: die Installation planen, die Ladestation montieren, Begrenzungs- und Leitkabel verlegen und verbinden, den Mäher mit der App koppeln. Dazu kommen Tipps für Rasenflächen mit Steigung, für Inseln, für Nebenbereiche und für Passagen zwischen Arbeitsbereichen.
Beete, Bäume oder ein Trampolin werden zu Inseln. Laut Husqvarna wird das Kabel dafür von der Begrenzung zum Hindernis und um das Hindernis herum verlegt. Die Kabel dürfen sich dabei nicht überkreuzen, sonst erkennt der Mäher die Insel nicht und hält an. Auf dem Rückweg werden die beiden Kabel nah aneinander gelegt.
Daraus folgt für die Praxis: Das Kabel ist ein Teil der Anlage, der zum Garten passen muss. Wer einen Teich anlegt, ein Beet erweitert oder eine Terrasse baut, muss den Kabelverlauf anpassen. Jede Insel braucht eine eigene Schleife, und bei vielen Hindernissen wächst der Aufwand entsprechend. Ein Roboter ohne Draht nimmt Ihnen diese Arbeit ab, weil die Grenzen in der App gespeichert sind und sich dort ändern lassen. Dafür braucht er andere Wege, um zu wissen, wo er ist.
Netzwerk-RTK: Korrekturen über das Mobilfunknetz
Ein Satellitenempfänger allein ist für einen Rasen zu ungenau. RTK verbessert das Ergebnis mit Korrekturdaten, die aus Referenzstationen stammen. Für den Dienst swipos nennt swisstopo eine Genauigkeit im Zentimeterbereich. Die Korrekturdaten werden laut swisstopo über das Internet übertragen und brauchen deshalb eine Datenverbindung. In der Schweiz betreibt swisstopo mit swipos einen solchen Dienst für professionelle Anwendungen. Er dient hier nur als Beispiel für das Prinzip. Welchen Dienst Sunseeker für seine Geräte nutzt, geben die Herstellerseiten nicht an.
Beim Sunseeker Elite X5 Gen 2 braucht es laut Hersteller keine RTK-Basisstation im Garten. Der Hersteller spricht von «Genauigkeit im Zentimeterbereich» und nennt ein eingebautes 4G-GPS-Modul. Die Korrekturen laufen also über das Mobilfunknetz. Laut Hersteller gehört ein 24-monatiges NetRTK+-4G-Abonnement zum Kaufpreis. Mehr zu Abo und Empfang steht im Ratgeber Netzwerk-RTK und Mobilfunkabdeckung in der Schweiz.
Laut den Spezifikationstabellen arbeiten diese Modelle mit AONavi 2.0, der Kombination aus Netzwerk-RTK und VSLAM: Elite X3 Gen 2, Elite X5 Gen 2, Elite X7 Gen 2, Elite X7 Plus Gen 2, Elite X9 und Elite X9 Plus.
RTK mit eigener Basisstation
Der Sunseeker Elite X5, der Elite X7 und der Elite X7 Plus navigieren laut Hersteller mit AONavi: RTK und VSLAM. Die Modellseiten von X5 und X7 führen im Lieferumfang eine RTK-Basisstation mit Halterung, ein Ladegerät für die Basisstation und Nägel zur Befestigung. Die Seite des X7 gilt zugleich für den X7 Plus. Die Spezifikationstabellen dieser Modelle nennen weder einen Netzwerk-RTK-Dienst noch ein Abonnement dafür. Beim X5 und beim X7 ist das 4G-Modul mit Diebstahlschutz laut Hersteller eine Option, beim X7 Plus ist es dabei.
Für die Planung bedeutet das: Die Station braucht einen Standort mit möglichst freiem Himmel. Der Hersteller-Support führt dazu eigene Anleitungen, darunter Beispiele für empfohlene und nicht empfohlene Positionen der Basisstation. Wir empfehlen, den Standort nicht nach Gefühl zu wählen, sondern gemeinsam mit der Ladestation zu planen. Bei der Installation stellen wir die Station bei den Modellen X5, X7 und X7 Plus selbst auf und prüfen den Standort vor Ort.
Kameras und VSLAM: wenn der Himmel verdeckt ist
VSLAM ergänzt die Satellitenortung mit Kamerabildern. Laut Hersteller hält VSLAM 2.0 den X5 Gen 2 auch «in dichten, RTK-blockierten Bereichen» in der Spur. Gemeint sind nach unserer Einordnung Gärten, in denen Bäume oder Hauswände den Himmel teilweise verdecken.
Die Kameraausstattung unterscheidet sich je nach Modell. Aus den Spezifikationstabellen:
- Der X3 Gen 2 hat eine Binokularkamera mit Tagsicht.
- Der X5 Gen 2, der X7 Gen 2 und der X7 Plus Gen 2 haben Binokular und iToF, also Tag- und Nachtsicht.
- Der X5, der X7 und der X7 Plus haben eine Binokularkamera mit Tagsicht.
Die Kameras dienen zugleich der Hinderniserkennung. Was die Technik bei Tieren leistet und was nicht, steht im Ratgeber Igel und Mähzeiten.
3D-LiDAR beim Elite X4
Der Sunseeker Elite X4 geht einen anderen Weg. Er nutzt einen 360°-3D-LiDAR, den der Hersteller als «Präzisionskartierung» der Umgebung beschreibt. Laut Hersteller sind es über 210’000 Datenpunkte pro Sekunde bei einem Sichtfeld von 360° × 70°. Der Hersteller schreibt, es seien keine Antennenstationen oder Begrenzungskabel erforderlich. Das gelte laut Hersteller auch «in Bereichen mit schwachen oder blockierten Signalen».
Laut Spezifikationstabelle arbeitet der X4 für Flächen bis 1200 m² und bewältigt Steigungen bis 45 % (24°). Er hat eine Monokularkamera mit Tagsicht und zwei Jahre Diebstahlschutz ohne Zusatzkosten. Wir empfehlen, ihn für Gärten mit schwachem Mobilfunk oder oft verdecktem Himmel in die engere Wahl zu nehmen.
Welche Technik zu welchem Garten passt
Die Tabelle fasst zusammen, was sich aus den Herstellerangaben ergibt. Es ist eine Orientierung, kein Urteil über einen einzelnen Garten.
| Ihr Garten | Technik | Modelle |
|---|---|---|
| Offene Fläche, guter 4G-Empfang | Netzwerk-RTK mit VSLAM | X3 Gen 2, X5 Gen 2, X7 Gen 2, X7 Plus Gen 2, X9, X9 Plus |
| Viele Bäume oder hohe Hauswände | VSLAM 2.0 oder LiDAR | X5 Gen 2, X7 Gen 2, X7 Plus Gen 2, X9, X9 Plus (VSLAM 2.0), X4 (LiDAR) |
| Schwacher Mobilfunk | LiDAR oder RTK mit Basisstation | X4, X5, X7, X7 Plus |
Drei Fragen helfen bei der Einordnung, bevor Sie ein Modell wählen:
- Wie viel Himmel sehen Sie über dem Rasen? Notieren Sie Bäume, hohe Hecken und Hauswände, die ihn teilweise verdecken. Bei Netzwerk-RTK ist das die wichtigste Frage zur Lage, bei VSLAM 2.0 und LiDAR ist es ein Punkt unter mehreren.
- Wie gut ist der Mobilfunk an der geplanten Stelle der Ladestation und am Rand des Rasens? Netzwerk-RTK arbeitet laut Hersteller mit einem 4G-Modul, also braucht es dort Empfang.
- Wo könnte eine Basisstation stehen, wenn Sie sich für ein Modell mit Basisstation entscheiden? Der Standort braucht freien Himmel und gehört zur Planung der Anlage.
Jede dieser Fragen lässt sich ohne Werkzeug beantworten. Diese Notizen sind keine Messung, sondern eine erste Beschreibung Ihres Gartens. Sie sparen im Gespräch mit uns Zeit.
Prüfen Sie danach zwei Dinge. Erstens den Empfang: Wie das geht, steht im Ratgeber Netzwerk-RTK und Mobilfunkabdeckung in der Schweiz. Zweitens die Steigung der steilsten Stelle: Dafür gibt es den Ratgeber Steigung in Prozent und Grad. Danach hilft der Flächenrechner, der aus Fläche, Steigung, Bewuchs und Empfang eine Auswahl macht. Im Vergleich stehen die technischen Daten der Modelle nebeneinander.