Hersteller nennen die Steigfähigkeit in Prozent und in Grad. Die zwei Zahlen meinen dieselbe Neigung, wachsen aber nicht gleich schnell. Wer die steilste Stelle im eigenen Garten kennt, kann die Modelle in wenigen Minuten eingrenzen.
Prozent und Grad: zwei Masse für dieselbe Neigung
Prozent beschreiben das Verhältnis von Höhenunterschied zu waagrechter Strecke. Ein Hang mit 30 % steigt auf 100 m waagrechter Strecke um 30 m. Grad beschreiben den Winkel zur Waagrechten. Wer von Prozent auf Grad umrechnen will, braucht den Arkustangens. Das ist eine Rechnung, die jeder Taschenrechner und jede Tabellenkalkulation kann.
Dabei gibt es einen Stolperstein: 100 % sind nicht 90°, sondern 45°. Bei 100 % ist der Höhenunterschied gleich gross wie die waagrechte Strecke, und das entspricht einem Winkel von 45°. Ein senkrechter Hang hätte keine Prozentzahl, weil sich die waagrechte Strecke gegen null verkürzt.
Die Umrechnung verläuft nicht linear. Ein Beispiel: 30 % sind 16,7°, 60 % sind 31,0°. Doppelte Prozent ergeben also nicht doppelte Grad. Wer eine Angabe in Grad auf Prozent umrechnen muss, sollte darum nicht einfach verdoppeln oder halbieren, sondern die Tabelle unten benutzen.
Umrechnungstabelle
Alle Werte sind gerechnet und auf eine Nachkommastelle gerundet. So lesen Sie die Tabelle: Suchen Sie Ihre gemessene Prozentzahl in der oberen Zeile und lesen Sie darunter die Grad ab. Liegt Ihr Wert dazwischen, nehmen Sie den höheren der beiden Nachbarwerte. Das ist die vorsichtige Wahl, weil eine Böschung dann eher zu steil als zu flach eingeschätzt wird.
| Prozent | 10 | 20 | 30 | 40 | 45 | 50 | 60 | 70 | 80 | 90 | 100 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Grad | 5,7 | 11,3 | 16,7 | 21,8 | 24,2 | 26,6 | 31,0 | 35,0 | 38,7 | 42,0 | 45,0 |
Die Umkehrung, also von Grad auf Prozent:
| Grad | 17 | 24 | 30 | 35 | 42 |
|---|---|---|---|---|---|
| Prozent | 30,6 | 44,5 | 57,7 | 70,0 | 90,0 |
Der Hersteller rundet. Für 60 % nennt er 30°, gerechnet sind es 31,0°. Massgebend für die Wahl ist der Prozentwert, den der Hersteller zuerst nennt. Die Gradzahl hilft beim Vorstellen, nicht beim Entscheiden.
Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen: Ihre Latte von 1 m Länge liegt waagrecht, das talseitige Ende steht 18 cm über dem Boden. Das sind 18 %, in der Tabelle zwischen 10 % (5,7°) und 20 % (11,3°), gerechnet etwa 10,2°. Alle Modelle in der Tabelle unten liegen mit ihrer Herstellerangabe darüber, auch der X3 Gen 2 mit 30 %. Bei 42 % dagegen kämen nur noch die Modelle in Frage, die laut Hersteller mindestens 45 % schaffen: der X4, der X5 und der X5 Gen 2, die X7-Reihe und die X9-Reihe.
Was die Sunseeker-Modelle laut Hersteller schaffen
Die Tabelle zeigt die maximale Steigung laut den Spezifikationstabellen des Herstellers und den Antrieb, soweit die Tabelle ihn nennt.
| Modell | Steigung laut Hersteller | Antrieb laut Tabelle |
|---|---|---|
| Elite X3 Gen 2 | 30 % / 17° | Vorderradantrieb |
| Elite X4 | 45 % / 24° | Hinterradantrieb |
| Elite X5 | 60 % / 30° | nicht genannt |
| Elite X5 Gen 2 | 60 % / 30° | Allradantrieb mit Lenkung am Hinterrad |
| Elite X7 | 70 % / 35° | Allradantrieb |
| Elite X7 Gen 2 | 70 % / 35° | Allradantrieb mit Lenkung am Hinterrad |
| Elite X7 Plus | 70 % / 35° | Allradantrieb |
| Elite X7 Plus Gen 2 | 70 % / 35° | Allradantrieb mit Lenkung am Hinterrad |
| Elite X9 und X9 Plus | 90 % / 42° | AWD/4WD |
Die Modelle fallen damit in fünf Klassen: 30, 45, 60, 70 und 90 %. Innerhalb einer Klasse unterscheiden sich die Modelle in anderen Merkmalen, etwa in der Fläche. Beim X9 nennt der Hersteller auf der Modellseite ausserdem «Hindernisüberwindung bis 5 cm». Das ist ein anderer Wert als die Steigung: Er betrifft einzelne Kanten, etwa Wurzeln oder Randsteine, nicht einen Hang.
Die steilste Stelle im Garten messen
Sie haben drei Wege, und keiner braucht Spezialwerkzeug.
- Wasserwaage und Latte. Legen Sie eine gerade Latte von 1 m Länge mit einem Ende auf den Hang. Richten Sie sie mit der Wasserwaage waagrecht aus. Messen Sie dann in Zentimetern, wie hoch das andere Ende über dem Boden steht. Die Zahl in Zentimetern entspricht der Neigung in Prozent. Das ist eine Rechnung: Ein Meter waagrecht sind 100 cm, und der Abstand in Zentimetern ist der Höhenunterschied auf diese Strecke.
- Neigungsmesser im Smartphone. Viele Telefone bieten eine Wasserwaagen-Funktion, die Grad anzeigt. Legen Sie das Telefon an die Latte oder direkt auf die Böschung und rechnen Sie das Ergebnis mit der Tabelle in Prozent um.
- Karte für lange Hänge. Auf map.geo.admin.ch können Sie eine Linie über den Hang zeichnen. Laut swisstopo erscheint dann ein Höhenprofil, das die Höhendifferenz und die Entfernung in der Luftlinie zeigt. Teilen Sie die Höhendifferenz durch die Entfernung und multiplizieren Sie mit 100. Das ergibt einen Näherungswert in Prozent.
Die Karte von swisstopo zeigt auch Hangneigungsklassen. Die Ebene «Hangneigungsklassen über 30°» zeigt aber nur Neigungen ab 30°, also ab 57,7 %. Sie ist laut Legende aus einem Höhenmodell mit einer Auflösung von 10 m abgeleitet und für die Unfall- und Lawinenprävention gedacht. Für Gartenböschungen ist sie darum nur ein grober Hinweis. Eine Böschung von wenigen Metern Länge sieht diese Ebene nicht.
Worauf es neben der Zahl ankommt
Es zählt die steilste Stelle, die der Roboter befahren soll, nicht die durchschnittliche Neigung des Gartens. Ein Garten, der im Mittel 15 % misst, kann eine Böschung mit 40 % enthalten. Messen Sie deshalb an mehreren Stellen und notieren Sie den höchsten Wert. Eine einfache Notiz genügt: Ort, Messwert in Prozent, Messmethode. So können Sie im Gespräch mit uns oder im Flächenrechner genau angeben, wo die kritische Stelle liegt.
Der Hersteller nennt eine Obergrenze je Modell. Wir empfehlen, Böschungen, die über diesem Wert liegen, nicht befahren zu lassen, sondern sie bei der Einrichtung als Grenze oder Sperrzone festzulegen. Welche Stellen das sind, klären wir bei der Installation vor Ort. Weitere Aussagen, etwa zu nassem Rasen, machen wir hier nicht. Die Herstellertabellen enthalten dazu keine Angaben, und was sich nicht belegen lässt, schreiben wir nicht.
Zwei Missverständnisse kommen häufig vor. Das erste: «Mein Garten ist flach, also reicht jedes Modell.» Die Fläche und der Empfang können trotzdem ein anderes Modell verlangen. Das zweite: «Mehr Prozent sind immer besser.» Das stimmt nur für die Steigung. Wer keine steile Stelle hat, braucht diese Reserve nicht, und die Modellwahl richtet sich dann nach den anderen Kriterien. Wir empfehlen, die Steigung als Ausschlusskriterium zu verwenden: Sie streicht Modelle von der Liste, sie wählt aber nicht allein das Modell aus.
Bei der Wahl hilft eine einfache Regel: Notieren Sie Ihren höchsten Messwert in Prozent, suchen Sie in der Tabelle oben die Modelle, deren Herstellerangabe darüber liegt, und prüfen Sie dann Fläche und Empfang.
Steigung im Flächenrechner eingeben
Der Flächenrechner fragt die steilste Stelle in Prozent und zeigt die zugehörigen Grad dazu. So sehen Sie auf einen Blick, ob Ihre Messung zu einer Herstellerangabe passt.
Danach geht es mit der Fläche weiter, wie sie der Ratgeber Welcher Mähroboter für welche Fläche? beschreibt. Wer grosse Anlagen mit Hang plant, etwa auf einem Sportplatz oder an einer Schulanlage, findet weitere Hinweise im Ratgeber Mähroboter für Gemeinden, Schulen und Sportplätze.