Netzwerk-RTK macht die Basisstation im Garten überflüssig. Dafür braucht der Mähroboter Mobilfunk. Ob der Empfang reicht, lässt sich vor dem Kauf auf einer Karte des Bundes abschätzen und im Garten prüfen.
Was RTK ist
RTK steht für eine Satellitenortung mit Korrekturdaten. Ein Satellitenempfänger allein bestimmt seine Position nur ungefähr. Mit Korrekturdaten aus Referenzstationen wird die Position genauer. Wie das in der Schweiz aussieht, zeigt der Dienst swipos-GIS/GEO von swisstopo. Er liefert RTK-Korrekturen auf Grundlage der Daten von 31 AGNES-Stationen und mehrerer Stationen im umliegenden Ausland. swisstopo beschreibt den Dienst als Positionierungsdienst für professionelle Anwendungen mit Genauigkeitsanforderungen im Zentimeterbereich.
Beim Dienst swipos werden die Korrekturen über das Internet übertragen. swisstopo verlangt dafür ein GNSS-Empfangsgerät, das das Übertragungsprotokoll NTRIP unterstützt, und einen Mobilfunkvertrag mit ausreichend Datenvolumen. Die erreichbare Genauigkeit hängt laut swisstopo von der verwendeten Hard- und Software, von der Messdauer und von der Distanz zur nächsten AGNES-Station ab. Sie kann zeitlich, örtlich und aufgrund von atmosphärischen Einflüssen variieren.
swipos dient hier nur als Beispiel für das Prinzip. Welchen Korrekturdienst Sunseeker für seine Mähroboter nutzt, geben die Herstellerseiten nicht an, und wir behaupten dazu nichts.
Netzwerk-RTK beim Mähroboter
Netzwerk-RTK heisst: Die Korrekturdaten laufen über ein Mobilfunknetz zum Gerät, statt von einer eigenen Station im Garten zu kommen. Beim Sunseeker Elite X5 Gen 2 braucht es laut Hersteller keine RTK-Basisstation. Der Hersteller spricht von «Genauigkeit im Zentimeterbereich» und nennt ein standardmässiges 4G-GPS-Modul. Laut Hersteller ist ein 24-monatiges NetRTK+-4G-Abonnement im Kaufpreis enthalten. Nach Ablauf der Erstlaufzeit betrage der Verlängerungspreis 49 € pro Jahr. Dazu steht auf der Herstellerseite wörtlich: «Eine weitere Nutzung erfordert ein aktives Abonnement.» Wir geben den Satz so wieder und deuten ihn nicht.
Netzwerk-RTK nutzen laut den Spezifikationstabellen diese Modelle: Elite X3 Gen 2, Elite X5 Gen 2, Elite X7 Gen 2, Elite X7 Plus Gen 2, Elite X9 und Elite X9 Plus. Die Tabellen nennen dafür unterschiedliche Zeiträume ohne Zusatzkosten:
| Modell | Netzwerk-RTK-Dienst und Diebstahlschutz | Verlängerung laut Tabelle |
|---|---|---|
| Elite X3 Gen 2 | 2 Jahre | jährlich für 49 € |
| Elite X5 Gen 2 | 2 Jahre | jährlich für 49 € |
| Elite X7 Gen 2 | 2 Jahre | jährlich für 49 € |
| Elite X7 Plus Gen 2 | 5 Jahre | jährlich für 49 € |
| Elite X9 und X9 Plus | 5 Jahre | in der Tabelle nicht genannt |
Der Preis von 49 € pro Jahr ist eine Herstellerangabe zum Abonnement. Preise der Geräte selbst nennen wir in den Ratgebern nicht, sie stehen auf den Modellseiten.
Die BAKOM-Karte lesen
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM zeigt die 4G-Abdeckung auf der Karte map.geo.admin.ch. So gehen Sie vor:
- Öffnen Sie die Karte «4G – LTE / LTE-A Verfügbarkeit» und suchen Sie Ihre Adresse.
- Vergrössern Sie die Karte, bis Sie die Planquadrate sehen. Sie messen laut BAKOM 100 × 100 Meter.
- Lesen Sie in Ihrem Planquadrat die Zahl ab. Sie nennt, wie viele Anbieter dort theoretisch eine 4G-Abdeckung im Aussenbereich bereitstellen können.
- Prüfen Sie die Planquadrate rund um die Stelle, an der später die Ladestation stehen soll.
Wichtig ist der Hinweis des BAKOM selbst. Die Abdeckungsinformationen werden mithilfe von Prädiktionsmodellen berechnet und sind ohne Gewähr. Die reale Versorgung ist bei den Anbietern direkt zu erfragen. Die Legende nennt als Bezug den Aussenbereich: Outdoor, Strassen, öffentliche Plätze und so weiter. Der Datenstand der Ebene war beim Abruf der 30. April 2026. Die Karte gibt also eine Orientierung, mehr nicht. Eine hohe Zahl von Anbietern im Planquadrat ist ein gutes Zeichen, aber keine Zusage, und eine niedrige Zahl ist kein Ausschluss. Auch dann hilft die Prüfung vor Ort.
Den Empfang im Garten selbst prüfen
Die Karte ersetzt die Prüfung vor Ort nicht. Wir empfehlen: Gehen Sie mit dem Smartphone an die geplante Stelle der Ladestation und an die entferntesten Ecken des Rasens. Achten Sie auf die Netzanzeige und starten Sie eine Datenverbindung, zum Beispiel ein kurzes Video oder eine Messung mit einer Test-App. Wiederholen Sie die Prüfung zu einer anderen Tageszeit, um sicherer zu sein.
Die Mobilfunkanbieter selbst können die Versorgung an Ihrer Adresse angeben, und das BAKOM verweist in der Legende der Karte darauf. Beachten Sie ausserdem: Ihr Telefon nutzt unter Umständen einen anderen Anbieter als das Gerät. Ein Test mit dem eigenen Telefon ist deshalb nur ein Hinweis, kein Nachweis.
Eine einfache Prüfliste hilft:
- Netzanzeige und Datenverbindung an der geplanten Ladestation
- dasselbe an den entferntesten Ecken des Rasens
- dasselbe hinter Hecken und neben hohen Wänden, wo der Empfang besonders leiden könnte
- Notizen mit Ort und Ergebnis, die Sie uns bei der Anfrage mitgeben können
Bei der Installation prüfen wir den Empfang vor Ort.
Bäume, Hauswände und Dachvorsprünge
Wo Bäume oder Hauswände den Himmel verdecken, rechnen wir mit schwierigeren Bedingungen für die Satellitenortung. swisstopo schreibt, die Genauigkeit könne örtlich variieren. Der Hersteller spricht beim X5 Gen 2 von «dichten, RTK-blockierten Bereichen» und sagt, dort sorge VSLAM 2.0 dafür, dass der Mäher zuverlässig und kontinuierlich weiterarbeitet. VSLAM ergänzt die Satellitenortung mit Kamerabildern.
Für Ihren Garten bedeutet das: Notieren Sie, wo Bäume, hohe Hecken oder Hauswände den Himmel verdecken, und geben Sie diese Angabe im Flächenrechner an. Das hilft uns bei der Empfehlung, weil Sie die Standorte kennen, an denen die Satellitenortung am ehesten schwierig wird. Wie die einzelnen Techniken zusammenspielen, steht im Ratgeber Mähroboter ohne Begrenzungsdraht.
Wenn der Mobilfunk schwach ist
Für Gärten mit schwachem Mobilfunk gibt es zwei Wege. Der Elite X4 navigiert mit LiDAR. Der Hersteller schreibt, es seien keine Antennenstationen oder Begrenzungskabel erforderlich, und das funktioniere auch «in Bereichen mit schwachen oder blockierten Signalen». Der X4 hat laut Tabelle ein 4G-Modul mit zwei Jahren Diebstahlschutz, braucht für die Navigation aber keinen Netzwerk-RTK-Dienst.
Der zweite Weg ist RTK mit eigener Basisstation. Das sind der Elite X5, der Elite X7 und der Elite X7 Plus. Die Modellseiten von X5 und X7 führen die Basisstation im Lieferumfang. Das 4G-Modul mit Diebstahlschutz ist beim X5 und beim X7 laut Hersteller eine Option.
Zur Entscheidung genügt eine einfache Gegenüberstellung. Haben Sie guten Empfang und freien Himmel, passt ein Modell mit Netzwerk-RTK. Ist der Himmel teilweise verdeckt, aber der Empfang gut, passen Modelle mit VSLAM 2.0. Ist der Empfang schwach, kommen der X4 oder die Modelle mit Basisstation in Frage. Das ist unsere Einordnung aus den Herstellerangaben. Sie ersetzt die Prüfung im Garten nicht.
Eines gilt in jedem Fall: Der Diebstahlschutz arbeitet über 4G. Wer ihn nutzen will, braucht dafür Empfang, auch wenn die Navigation ohne Mobilfunk auskommt. Mehr dazu steht im Ratgeber Diebstahlschutz und 4G beim Mähroboter. Welches Modell zu Fläche und Gelände passt, zeigt der Ratgeber Welcher Mähroboter für welche Fläche?.