Die Rasenfläche ist die erste Zahl, die Sie für die Modellwahl brauchen. Die Herstellerangabe ist eine Obergrenze unter Herstellerbedingungen. Wer nur tagsüber mäht oder mehrere Rasenstücke hat, wählt darum ein Modell mit Luft nach oben.
Die Rasenfläche messen
Sie brauchen weder Massband noch Vermessungsplan. Die Karte des Bundes genügt, um die Fläche abzuschätzen. So gehen Sie vor:
- Öffnen Sie die Karte auf map.geo.admin.ch und suchen Sie Ihre Adresse.
- Wählen Sie im Zeichenwerkzeug die Funktion «Messen» und ziehen Sie ein Polygon um den Rasen.
- Schliessen Sie das Polygon. Laut swisstopo wird die Fläche angezeigt, sobald das Polygon geschlossen ist.
- Messen Sie Beete, Wege, Terrasse, Teich und Spielgeräte als eigene Polygone und ziehen Sie diese Flächen von der Gesamtfläche ab. Das ist eine einfache Rechnung: Rasenfläche gleich Gesamtfläche minus Flächen, die nicht gemäht werden.
- Notieren Sie, ob der Rasen aus einem Stück besteht oder aus mehreren getrennten Teilen.
Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen zeigt den Ablauf: Misst das Polygon um den ganzen Garten 1500 m², das Beet 120 m², die Terrasse 80 m² und der Weg 40 m², dann bleiben 1500 minus 240, also 1260 m² Rasen. Diese Zahl ist die Grundlage für alles Weitere. Runden Sie nicht auf, um «sicherzugehen». Eine Reserve planen Sie bewusst ein, und zwar im nächsten Schritt bei der Modellwahl, nicht in der Messung.
Wer lieber vor Ort misst, zerlegt den Rasen in Rechtecke, misst Länge und Breite mit dem Massband und zählt die Teilflächen zusammen.
Was die Sunseeker-Modelle laut Hersteller schaffen
Die Tabelle zeigt, für welche Fläche der Hersteller das Modell angibt und wie das Gerät navigiert. Die Zahlen stammen aus den Spezifikationstabellen und von den Modellseiten des Herstellers.
| Modell | Fläche laut Hersteller | Navigation |
|---|---|---|
| Elite X3 Gen 2 | 800 m² | Netzwerk-RTK mit VSLAM |
| Elite X4 | 1200 m² | 3D-LiDAR |
| Elite X5 | 2000 m² | RTK mit Basisstation |
| Elite X5 Gen 2 | 2000 m² | Netzwerk-RTK mit VSLAM 2.0 |
| Elite X7 | 3000 m² | RTK mit Basisstation |
| Elite X7 Gen 2 | 3000 m² | Netzwerk-RTK mit VSLAM 2.0 |
| Elite X7 Plus | 6000 m² | RTK mit Basisstation |
| Elite X7 Plus Gen 2 | 6000 m² | Netzwerk-RTK mit VSLAM 2.0 |
| Elite X9 | 12’000 m² in 48 Stunden | Netzwerk-RTK mit VSLAM 2.0 |
| Elite X9 Plus | 24’000 m² in 48 Stunden | Netzwerk-RTK mit VSLAM 2.0 |
Auf den Modellseiten von X5 und X7 führt der Hersteller eine RTK-Basisstation im Lieferumfang auf. Die Seite des X7 gilt zugleich für den X7 Plus. Die Spalte «Navigation» ist für die Fläche nicht entscheidend, hilft aber bei der Auswahl, wenn mehrere Modelle in Frage kommen. Alle aktuell angebotenen Modelle finden Sie unter Modelle. Wie die Navigationsarten funktionieren, erklärt der Ratgeber Mähroboter ohne Begrenzungsdraht.
Warum die Herstellerangabe eine Obergrenze ist
Die Fläche ist nur ein Wert aus dem Datenblatt. Wie viel ein Gerät tatsächlich schafft, hängt davon ab, wie viele Stunden ihm zur Verfügung stehen. Beim X9 bezieht der Hersteller die Fläche ausdrücklich auf 48 Stunden. Rechnerisch sind das 250 m² je Stunde bei 12’000 m² und 500 m² je Stunde beim X9 Plus mit 24’000 m². Das ist eine Rechnung mit der Herstellerangabe, kein Messwert aus dem Garten. Für die kleineren Modelle nennt der Hersteller keine Zeitspanne bei der Fläche. Dort lässt sich deshalb keine Leistung je Stunde berechnen, und wir tun es auch nicht.
Reicht das Zeitfenster eines Tages nicht aus, setzt der Roboter laut Sunseeker Support am nächsten geplanten Tag an der letzten gemähten Stelle fort. Der Hersteller empfiehlt, den Zeitplan so anzupassen, dass der Roboter die Rasenfläche an einem Tag vollständig mähen kann.
Daraus ergibt sich eine Rechenaufgabe für Ihren Garten. Wer nur tagsüber mäht, hat weniger Stunden als ein Gerät, das rund um die Uhr fahren dürfte. Warum das für Igel sinnvoll sein kann, erklärt der Ratgeber Igel und Mähzeiten. Wir empfehlen deshalb ein Modell, dessen Herstellerangabe deutlich über Ihrer Rasenfläche liegt, wenn Ihr Zeitfenster kurz ist. Eine feste Prozentregel nennen wir bewusst nicht, weil sie sich aus keiner Herstellerangabe ableiten lässt. Im Gespräch mit uns oder im Flächenrechner geben Sie am besten an, wie viele Stunden am Tag das Gerät fahren darf. Damit lässt sich die Rechnung für Ihren Garten nachvollziehen.
Mehrere Rasenstücke, Durchgänge und Engstellen
Besteht der Garten aus mehreren Rasenstücken, zählen Sie die Teilflächen zusammen. Das Gerät muss aber von einem Stück zum anderen gelangen. Ein Durchgang zwischen zwei Rasenstücken muss darum befahrbar sein: ohne Stufe, ohne dichte Beetbepflanzung, ohne Kiesbett mit scharfem Absatz.
Die Spezifikationstabellen des Herstellers nennen für alle Modelle die Zahl der Arbeitszonen «unbegrenzt» oder «kein Limit». Angaben des Herstellers zu Mindestbreiten von Durchgängen finden wir in den Tabellen nicht. Wir nennen deshalb keine Zahl. Wir empfehlen, Engstellen und Übergänge vor dem Kauf zu fotografieren und bei der Installation prüfen zu lassen. Vor Ort sehen wir, ob das Gerät die Stelle sicher befährt.
Steigung und Empfang gehören dazu
Die Fläche allein entscheidet nicht. Zwei weitere Fragen engen die Auswahl ein: die steilste Stelle im Garten und der Mobilfunkempfang. Die Steigungsklassen laut Hersteller:
- 30 % beim X3 Gen 2
- 45 % beim X4
- 60 % bei X5 und X5 Gen 2
- 70 % bei X7, X7 Gen 2, X7 Plus und X7 Plus Gen 2
- 90 % bei X9 und X9 Plus
Wie Sie die steilste Stelle messen und was Prozent und Grad bedeuten, steht im Ratgeber Steigung in Prozent und Grad. Zum Empfang gibt es den Ratgeber Netzwerk-RTK und Mobilfunkabdeckung in der Schweiz. Das gilt besonders für die Modelle mit Netzwerk-RTK.
Eine sinnvolle Reihenfolge ist diese: zuerst die Fläche, dann die Steigung, dann der Empfang. Die Fläche grenzt die Auswahl am stärksten ein, weil die Herstellerangaben von 800 bis 24’000 m² reichen. Die Steigung entscheidet danach, ob ein Modell aus der Gruppe überhaupt in Frage kommt. Der Empfang schliesslich bestimmt, ob ein Modell mit Netzwerk-RTK passt oder eines mit Basisstation oder LiDAR.
So hilft der Flächenrechner
Der Flächenrechner fragt vier Dinge: die Rasenfläche in m², die steilste Stelle in Prozent, ob Bäume oder hohe Hecken den Himmel verdecken und wie der Mobilfunkempfang ist. Jede Empfehlung begründet er mit den technischen Daten der Modelle. Das Ergebnis lässt sich als Link teilen, zum Beispiel an die Partnerin, den Nachbarn oder uns.
Zusammengefasst: Messen Sie die Rasenfläche, ziehen Sie alles ab, was nicht gemäht wird, und prüfen Sie getrennte Rasenstücke und Engstellen. Wählen Sie ein Modell, dessen Herstellerangabe über Ihrer Fläche liegt. Prüfen Sie dann die steilste Stelle und den Empfang.
Wer eine Fläche über 6000 m² mäht, findet auf der Seite für Profis die Anfrage für mehrere Geräte und für die Modelle X9 und X9 Plus. Warum sich dort ein anderer Planungsansatz lohnt, erklärt der Ratgeber Mähroboter für Gemeinden, Schulen und Sportplätze.