Auf Schulanlagen, Sportplätzen und Grünflächen von Gemeinden gelten andere Massstäbe als im Privatgarten: grosse Flächen, Betrieb ausserhalb der Nutzungszeiten, Nachbarschaft und Natur. Der Artikel zeigt, was die X9-Klasse laut Hersteller kann und wie man den Einsatz plant.
Welche Flächen in Frage kommen
Für grosse Flächen nennt Sunseeker die Elite-X9-Reihe. Laut Hersteller schafft der Elite X9 12’000 m² in 48 Stunden, der Elite X9 Plus 24’000 m² in 48 Stunden. Beide bewältigen laut Hersteller Steigungen bis 90 %, das entspricht 42°. Auf der Modellseite steht eine Hindernisüberwindung bis 5 cm. Gemäht wird mit zwei extra breiten 43-cm-Schneidscheiben, so der Wortlaut der Modellseite. Die Schnitthöhe lässt sich laut Tabelle elektrisch zwischen 20 und 100 mm einstellen. Der Hersteller schreibt, das Gerät sei mit «8 Kameras und 8 intelligenten Sensoren» ausgestattet.
Für mittlere Anlagen kommen der Elite X7 Plus und der Elite X7 Plus Gen 2 in Frage. Beide sind laut Hersteller für 6000 m² angegeben. Welche Modelle zu welcher Fläche gehören, zeigt der Ratgeber Welcher Mähroboter für welche Fläche?.
Die Herstellerzahlen sind Obergrenzen für den Betrieb unter Herstellerbedingungen. Wer eine Sportanlage plant, sollte sie mit den eigenen Verhältnissen abgleichen: Wie viele Stunden stehen zur Verfügung, wie viele getrennte Felder gibt es, und wie steil sind die Böschungen?
Ein grosses Gerät oder mehrere kleinere
Ob ein grosses oder mehrere kleinere Geräte sinnvoller sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wir rechnen es lieber vor, als etwas zu behaupten.
Die Herstellerangabe des X9 lautet 12’000 m² in 48 Stunden. Das sind rechnerisch 250 m² je Stunde. Beim X9 Plus mit 24’000 m² in 48 Stunden sind es 500 m² je Stunde. Das ist eine Rechnung mit der Herstellerangabe und kein Messwert. Wer die nötige Leistung für seine Anlage schätzen will, teilt die Fläche durch die Stunden, die er zum Mähen zur Verfügung hat. Bei 6000 m² und einer Leistung von 250 m² je Stunde ergibt das rechnerisch 24 Stunden. Die Zahlen sind frei gewählt und zeigen nur den Rechenweg.
Reicht das Zeitfenster eines Tages nicht aus, mäht der Roboter laut Sunseeker Support am nächsten geplanten Tag an der letzten gemähten Stelle weiter. Der Hersteller empfiehlt einen Zeitplan, mit dem das Gerät die Fläche an einem Tag fertig mähen kann. Für Anlagen mit kurzen Zeitfenstern ist das eine Planungsgrösse.
Bei der Entscheidung helfen diese Fragen:
- Wie viele Stunden am Tag darf gemäht werden, und an wie vielen Tagen in der Woche?
- Besteht die Anlage aus getrennten Feldern, und führen befahrbare Wege dazwischen?
- Soll jede Ladestation einem Gerät zugeordnet sein, oder teilen sich mehrere Geräte eine Station?
- Wie lange darf ein Gerät ausfallen, bevor der Rasen leidet?
Laut Spezifikationstabelle hat der X9 eine «Fleet Function». Was sie im Einzelnen leistet, sagt die Tabelle nicht, wir beschreiben sie deshalb nicht.
Betriebszeiten: Unterricht, Training, Nachtruhe und Igel
Auf öffentlichen Anlagen kommen mehrere Zeitgrenzen zusammen. Wir empfehlen, ausserhalb von Unterricht und Training zu mähen, damit Kinder und Sportlerinnen nicht auf der Fläche sind. Hinzu kommen die Ruhezeiten der Gemeinde. Als Beispiel gilt in der Stadt Zürich laut Allgemeiner Polizeiverordnung Artikel 19 die Nachtruhe von 22.00 bis 07.00 Uhr, in der Sommerzeit freitags und samstags von 23.00 bis 07.00 Uhr. Welche Regeln Ihre Gemeinde hat, steht in ihren eigenen Vorschriften. Mehr dazu im Ratgeber Mähroboter: Lärm und Ruhezeiten in der Schweiz.
Dazu kommen die Tiere. Pro Igel rät, Mähroboter nur tagsüber fahren zu lassen, und nennt die Kontrolle der Fläche vor dem Start unerlässlich. Was dahintersteht, steht im Ratgeber Igel und Mähzeiten.
Aus diesen Grenzen ergibt sich ein Zeitfenster am Tag, ausserhalb der Nutzung und ausserhalb der Nachtruhe. Als Beispiel, nicht als Regel: Wenn die Anlage erst ab dem Vormittag genutzt wird, kann das Gerät in den Stunden nach der Nachtruhe fahren. Dabei gilt zu bedenken, dass das Ende der Nachtruhe nicht mit dem Tageslicht übereinstimmen muss. Bei grossen Flächen entsteht ein Zielkonflikt: Je kürzer das Fenster, desto mehr Gerät ist nötig.
Mobilfunk und Netzwerk-RTK auf grossen Anlagen
Der X9 und der X9 Plus navigieren mit AONavi 2.0, also Netzwerk-RTK mit VSLAM 2.0. Laut Hersteller macht das eine Antennenstation überflüssig. Die Spezifikationstabelle nennt für beide Modelle den Netzwerk-RTK-Dienst und Diebstahlschutz mit fünf Jahren Standard. Das 4G-Modul braucht Empfang.
Auf grossen Anlagen lohnt es sich, den Empfang früh zu prüfen. Das BAKOM zeigt die 4G-Abdeckung auf map.geo.admin.ch in Planquadraten von 100 × 100 Metern. Die Werte sind laut BAKOM mit Prädiktionsmodellen berechnet und ohne Gewähr, die reale Versorgung ist bei den Anbietern zu erfragen. Prüfen Sie ausserdem vor Ort an mehreren Stellen der Anlage. Wie das geht, beschreibt der Ratgeber Netzwerk-RTK und Mobilfunkabdeckung in der Schweiz.
Lärm am Rand von Wohnquartieren
Liegt die Anlage am Rand eines Wohnquartiers, zählt der Lärm. Laut Spezifikationstabelle hat der X9 einen «Noise Level» von 66 dB(A), der X9 Plus von 70 dB(A). Die Bezeichnung übernehmen wir wie in der Tabelle. Sie sagt nicht, ob es sich um einen Schalldruck oder einen Schallleistungspegel handelt.
Die Ruhezeiten der Gemeinde sind zu beachten. Planen Sie, wann das Gerät in der Nähe der Wohnhäuser fährt, und sprechen Sie das Zeitfenster mit der Gemeindeverwaltung ab, wenn Sie unsicher sind. Hinweise zu den Regeln stehen im Ratgeber Mähroboter: Lärm und Ruhezeiten in der Schweiz.
Anfrage und Ablauf bei uns
Für Gemeinden, Schulen und Sportanlagen gibt es die Anfrage für Profis. Sie nennen die Fläche und Ihre Wunschmodelle, wir antworten mit einer Offerte: Profi-Anfrage. Firmen und die öffentliche Hand können auf Rechnung bestellen. Die Bedingungen stehen in den AGB.
Für die Offerte helfen diese Angaben: die Fläche und die Zahl der getrennten Felder, die steilste Stelle in Prozent, die Zeiten, zu denen gemäht werden darf, und eine Einschätzung des Mobilfunkempfangs. Das ist eine Empfehlung, damit die erste Antwort möglichst konkret ausfällt.
Die Installation der X9-Modelle erledigen wir vor Ort, Einzelheiten stehen unter Installation. Dazu bieten wir den Winterservice und die Reparatur und Garantie an, auch für mehrere Geräte. Beträge und Fristen nennen wir in diesem Ratgeber nicht, sie gehören auf die Angebotsseiten und in die Offerte.